Von Bremerhaven über Frankfurt und Dresden nach Berlin
Geboren und aufgewachsen in Bremerhaven, führten ihn seine Wege über Frankfurt und Dresden schließlich nach Berlin, wo er heute mit seinem Ehemann lebt – am liebsten früh morgens in den grünen, ruhigen Ecken der Stadt, wenn sie noch ganz still ist. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt studierte er Schauspiel und schloss 2011 mit Diplom ab, bevor er zunächst am Theater tätig war und sich ab etwa 2018 zunehmend dem Sprechen widmete.
Vom Theateralltag ins geschützte Studio
Zum Sprechen kam er schon während seines Schauspielstudiums, als er einen Produzenten für Lernkassetten kennenlernte – die Chemie stimmte sofort. Nach langen, anstrengenden Theatertagen wurde das Mikrofon für ihn zu einem geschützten, zugleich inspirierenden Ort. Geprägt haben ihn besonders seine Dozent:innen im Studium, mit denen er intensiv an Atmung und Artikulation arbeitete – unter anderem an seinem früheren S-Fehler. Zu seinen Lieblingsstimmen zählt er Franziska Pigulla, vor Joachim Kerzels Stimme hatte er als Kind regelrecht Angst.
Kraftvoll, lebendig, wandelbar
So beschreibt Nikolas Lichtenberg seine eigene Stimme. Selbst liest und hört er am liebsten Horror, beim Einsprechen liebt er dagegen romantische und fantastische Stoffe – am liebsten mit epischen Kampfszenen, berührenden Romanzen und einem guten Plottwist am Ende. Politische Inhalte spricht er nicht, ansonsten entscheidet er von Projekt zu Projekt.
Viele Leben neben dem Mikrofon
Ganz bewusst hat er neben dem Sprechen immer in anderen Bereichen gearbeitet – unter anderem als Servicekraft im Supermarkt, in einer Poststelle und als Simulationspatient, aktuell arbeitet er zusätzlich als Informatiker.
Ein Badezimmer-Studio und eine zuckersüße Weihnachtsromanze
Für den „richtigen Klang" nahm er einmal in einem Badezimmer auf – eine ziemlich absurde, aber akustisch offenbar treffende Idee der Regie. Sein erster Auftrag überhaupt war eine Sprachlernkassette zum Thema Basketball, sein erstes echtes Hörbuch eine zuckersüße Weihnachtsromanze über einen muskelbepackten Footballer und eine Pfarrerstochter – ein charmanter Einstieg in die Hörbuchwelt.
Cinderella-VHS und Zamonien für immer
Der einzige Preis, den er je bei einem Preisausschreiben gewann, war eine Cinderella-VHS. Trotz seiner Vorliebe für Horror liebt er außerdem schnulzige amerikanische Hochzeitsfilme – je romantischer und chaotischer, desto besser. Sein persönliches Hörbuch-Highlight sind die Zamonien-Romane von Walter Moers, gelesen von Dirk Bach.


