Vom Ländle bis zur Lieblingsinsel
Aufgewachsen ist Nikola Vertidi in Hessen – heute pendelt sie zwischen dem Ländle und der griechischen Insel Kreta, wo sie mit einem Projekt aus exklusiven Ferienvillen ihr zweites berufliches Standbein hat. Nach einem BWL- und Psychologiestudium sowie diversen Ausbildungen in Training und Coaching fand sie über einen Krimischreibkurs endgültig zum Schreiben – geschrieben hat sie im Grunde aber schon immer, früher sogar Gedichte. 2016 erschien ihr erstes Fachbuch im Selfpublishing, 2019 dann ihr Debüt beim Piper Verlag, auf das sie bis heute mächtig stolz ist.
Zwiesprache mit dem Meer
Ihr Büro? Eine Schaukel mit Blick aufs Meer, Noise-Cancelling-Kopfhörer auf den Ohren und Brain Music im Ohr – eine Stunde schreiben, kurze Pause, wiederholen, bis das Tagesziel steht. Wenn der Kopf mal verknotet ist, hilft nur eines: ab ins Meer. Zurückgekommen ist sie von dort noch nie ohne neue Idee. Kein Wunder, dass Kreta auch inhaltlich ihr größter Ideenlieferant ist – die Insel steckt voller Geschichten, die sich mal in ihren Krimis, mal in ihrer Familiensaga wiederfinden. Apropos: Auch ihre Nachbarschaft trägt bei – kaum verrät sie auf einer Feier, dass sie Autorin ist, hat garantiert jemand die nächste unglaubliche wahre Geschichte parat.
Krimis, Kreta und „Das Erbe des Meeres“
Krimis liest Nikola Vertidi, seit sie denken kann, entsprechend naheliegend war die Wahl ihres Hauptgenres – die menschlichen Abgründe darin faszinieren sie bis heute. Besonders am Herzen liegt ihr aber ihre generationenübergreifende Familiensaga „Das Erbe des Meeres“, in der es um Frauenschicksale, ums Loslassen und am Ende um Vergebung geht – auch sich selbst gegenüber. Am schwersten fällt ihr dabei übrigens das Streichen im Lektorat: Loslassen kann eben nicht jeder gleich gut.
Vom Checkpoint Charlie bis zum Gesangstalent
Zwischen den Zeilen steckt bei Nikola Vertidi einiges an Überraschung: Singen kann sie, und ihren „seltsamsten Job“ erledigt sie nach eigener Aussage bis heute – als Mutter. Und dann ist da noch die Geschichte aus dem Jahr 1986, als sie aus schierer Nervosität ihr Auto eigenhändig über den Checkpoint Charlie schob, weil der Wagen vor ihr liegen blieb und sie überzeugt war, das gehöre einfach so zur Prozedur. Der Mann ihrer Patentante, der sie drüben in West-Berlin abholen wollte, hat sich noch Jahre später darüber kaputtgelacht.


