Zwischen Alpenrand und Mama-Taxi
Nadja Raiser stammt aus dem Allgäu und lebt dort bis heute mit ihrer Familie in einem Mehrgenerationenhaus direkt am Alpenrand – umgeben von, wie sie selbst sagt, „vielen tierischen Nachbarn“. Gelernt hat sie Erzieherin, außerdem ist sie Hobbymusikerin – beides lässt sich zwischen den Zeilen ihrer Bücher heraushören. Hauptberuflich schreibt sie halbtags, nachmittags übernimmt sie das Amt des Mama-Taxis für ihre drei Kinder.
Der Start am uralten Computer
Zum Schreiben kam sie schon als Kind, als ihr Vater ihr seinen uralten Computer schenkte – ausgestattet mit nichts als einem Schreib- und einem Schwarzweiß-Malprogramm. Seitdem schreibt sie für ihr Leben gern, ganz ohne formale Ausbildung, dafür mit wachsender Lust auf die Zusammenarbeit mit Lektor*innen und Verlagen. Genre-Grenzen mag sie dabei nicht: von historischen Romanen über New-Adult-Romance bis Jugendbuch und Fantasy ist bei ihr alles vertreten.
Ein Kindheitstraum wird wahr
Besonders viel bedeutet ihr „Die Weltenseglerin“ – die allererste Buchidee, die sie schon als Kind hatte. Dass diese Geschichte einmal bei einem großen Verlag erscheinen und 2024 sogar für den Homer Literaturpreis als eines der zehn besten historischen Bücher nominiert werden würde, hätte sie sich damals nicht träumen lassen: ihr ganz persönliches „Mein-Traum-wird-wahr“-Buch.
Küchentisch statt Schreibtisch
Von einem hübschen, ergonomischen Büro mit Teetasse und motivierenden Sprüchen an der Wand kann Nadja Raiser nur träumen – tatsächlich schreibt sie meist am Küchentisch oder auf dem Sofa und vergisst dabei zuverlässig das Trinken. Geduld gehört definitiv nicht zu ihren Stärken, dabei ist Warten – auf Ideen, auf Testleser-Feedback, auf Verlagsantworten – für sie der mit Abstand schwerste Teil des Schreibprozesses.
Grüner Daumen? Fehlanzeige.
Mit dem grünen Daumen hat es Nadja Raiser dagegen nicht so: Im Garten werkelt sie für ihr Leben gern, doch kaum eine Pflanze überlebt bei ihr lange – wofür sie sich am liebsten im Voraus bei jeder Blume entschuldigen würde. Etwas mutiger wäre sie dagegen gern wie Linda aus „These Unspoken Words“ – deren Selbstbewusstsein sie sich hin und wieder wünscht.



