Isabel Renner

Von Ostfriesland an den Bodensee, von der Steuerkanzlei ins Fantasy-Universum: Isabel Renner schreibt Geschichten, die manchmal schon vor der Idee wahr werden.

Von Ostfriesland an den Bodensee

Isabel Renner ist in Ostfriesland aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie am Bodensee – von einem Ende Deutschlands zum anderen. Ursprünglich lernte und arbeitete sie als Steuerfachangestellte, bis sie eines Tages alles hinschmiss, ihr Abitur nachholte und in Konstanz Sprachwissenschaft studierte.

Hellseherische Schreibphasen

Geschrieben hat sie schon immer, aber es dauerte lange, bis eine Idee sie so gefesselt hat, dass sie dranblieb. Ihr Handwerk lernte sie vor allem aus Lektoraten und im Austausch mit anderen Autor*innen. Als sie noch mit realen Vorbildern plottete, erlebte sie regelrecht hellseherische Schreibphasen: Spontan geschriebene, ungeplante Szenen passierten später ähnlich im echten Leben – nur bei den geplanten Szenen funktionierte das leider nie.

IKEA-Spülküche und Doktoranden-Shuttle

Bevor sie Autorin wurde, jobbte sie in der Spülküche bei IKEA, annotierte Sprachaufnahmen, testete Blickbewegungen von Babys und holte Doktorand*innen vom Flughafen ab. Seltsam waren dabei weniger die Jobs selbst, meint sie, sondern eher die Menschen, denen sie dabei begegnet ist.

Vom Sofa aus in fremde Welten

Geschrieben wird bei ihr am liebsten vom Sofa aus, mit grober Richtung, aber ohne festen Plan – sie lässt sich lieber von der Geschichte treiben, weil so Bilder und Wendungen entstehen, die sie nie hätte planen können. Fantasy liebt sie, weil sie darin einfach alles geschehen lassen kann – ihre Figuren mit den außergewöhnlichsten Fähigkeiten ausstatten und auf die unmöglichsten Missionen schicken, ganz ohne Rücksicht auf Physik oder Realität. Ihre Ideen entspringen dabei meist „Was wäre, wenn“-Fragen; bei ihren Märchenadaptionen liest sie alte Märchen und fragt sich, ob es auch anders gewesen sein könnte.

Die Pechmarie

Besonders viel bedeutet ihr „Die Pechmarie“ (Das kalte Königreich) – ihr erster echter Fantasy-Roman, ihre erste Märchenadaption und ihr erstes Buch ganz ohne Verlag. Statt einer unschuldigen Heldin durfte hier endlich mal eine ordentlich schuldige Antiheldin ran, mit einem dunklen Maleficent-Vibe, den sie liebt.

Bodensitzer mit Farbphobie

Ganz privat ist Isabel Renner nach eigener Aussage „ziemlich verkorkst“: Sie findet die Farben Braun und Orange furchtbar – außer in der Natur –, kann sich an kein Rezept halten und liebt Pflanzen, ohne einen grünen Daumen zu besitzen. Und ganz gleich, wo sie sich gerade befindet: Am liebsten setzt sie sich einfach auf den Boden, sehr zur Verwirrung ihrer Mitmenschen.

Veröffentlichte Hörbücher

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