Riesling gegen Burgunder
Geboren wurde Heidi Metzmeier im karnevalistischen Rheinhessen – der Schalk sitzt ihr bis heute im Nacken, auch wenn sie inzwischen mit Mann und Hund am Rand des Nordschwarzwalds lebt. Wie sie selbst sagt, hat sie den Riesling gegen den Burgunder eingetauscht, dabei aber den Rhein nie wirklich verlassen. Sprachlich bleibt ihre Heimat übrigens präsent: In einer Region aufgewachsen, in der Mundart noch lebendig ist, schleichen sich bis heute gern Formulierungen aus dem gesprochenen Deutsch in ihre Manuskripte ein – zur Freude ihres Lektorats.
Von der Wissenschaft zur ersten deutschen Reisebloggerin
Beruflich verbindet sie zwei Leidenschaften: Die promovierte Naturwissenschaftlerin und PR-Professionelle absolvierte zusätzlich eine Ausbildung zur Kommunikationsberaterin und gibt ihr Wissen bis heute in Weiterbildungen für Kolleg*innen weiter – der größte Teil ihrer Energie fließt inzwischen aber ins Schreiben. Auf ihren Reisen durch über 60 Länder auf vier Kontinenten führte sie schon immer Tagebuch – so wurde sie wohl eine der ersten Reisebloggerinnen Deutschlands, bevor sie 2022 mit ihren autobiografischen Reiselebensgeschichten „Unter demselben Himmel“ ihr Debüt im Selfpublishing veröffentlichte. Auf Auszeichnungen legt sie dabei wenig Wert – das direkte Feedback ihrer Leser*innen bei Lesungen und Buchmessen ist ihr deutlich wichtiger.
Kein Preis, aber jede Menge Bauchgefühl
Ihre Themen – Reisegeschichten, Climate Fiction, politische Romane – findet sie buchstäblich auf der Straße: Ein Satz, eine Szene, eine Schlagzeile reichen oft schon für Kopfkino. Am Ende entscheidet meist ihr Bauchgefühl, welche Idee sie umsetzt. Am schwersten fällt ihr die x-te Überarbeitung nach dem Lektorat – der Moment, in dem die Zweifel am größten sind.
Zerstörungstalent und Glasscherben
Neben dem Schreiben hat Heidi Metzmeier ein Talent, das sie selbst am meisten zum Lachen bringt: Dinge im Handumdrehen zu zerstören. Passend dazu erlebte sie ihren wohl schaurigsten Job als Studentin in einer Sektkellerei, wo ihr irgendwann die Glasscherben berstender Flaschen um die Ohren flogen.
Der Groschenroman im Elternhaus
Ihre schriftstellerische Karriere begann übrigens mit einem waschechten Groschenroman: In der Schule durfte sie sich im Deutschunterricht am Genre versuchen und entschied sich für einen Berg-Liebesroman – Titel „Zartes Wild am Dammastock“, bis heute gut unter Verschluss bei ihren Eltern. Ihr großer Traum wäre bis heute eine Seite-Drei-Reportage in der Süddeutschen Zeitung.



