Berlin, Katzen und der Ausstieg aus dem Elfenbeinturm
Jennifer Edmond ist in Berlin geboren, aufgewachsen und nie wieder weggezogen – dort lebt sie bis heute mit ihrer Familie und zwei Katzen. Nach einem Kunstgeschichte-Studium und einigen Jahren in der Wissenschaft wurde ihr der akademische Elfenbeinturm irgendwann zu viel: Seitdem arbeitet sie als Redakteurin, vor allem im Bildungsbereich.
Vom Schreiben leben (Haha, siehst du, Mama?)
Ihr geschultes Auge für Textlogik und -struktur stammt noch aus Studium und wissenschaftlicher Arbeit – dort durfte sie nie Rohentwürfe abgeben, sondern immer nur Fertiges. Das ist bis heute so geblieben und macht sie zu einer eher langsamen Schreiberin. Schreiben ist bei ihr ohnehin der Brotjob: nur eben redaktionell bezahlt – „siehst du, Mama, vom Schreiben kann man doch leben“, wie sie selbst schmunzelnd sagt. Das belletristische Schreiben ist entsprechend der Spaß nebenher: 2021 erschien ihr erstes Buch „A Sky full of Stars“ – ein kleiner Oh-Wow-Moment, denn Bücher schreiben wollte sie schon als Kind. Ein Lieblingsbuch hat sie unter ihren eigenen Werken übrigens nicht: Bücher seien schließlich wie Babys, man habe sie alle gleich lieb.
Der frühe Vogel mit Dienstreisen-Trick
Von Natur aus ist sie ein früher Vogel, mit Job und Familie aber eher selten Realität – also schaufelt sie sich Zeitfenster frei: auf Dienstreisen (Düsseldorf lohnt sich für den Laptop, Leipzig eher nicht) oder, ganz gegen ihren Biorhythmus, abends, wenn endlich Ruhe einkehrt. Ihr einziges Ritual dabei: anfangen, bevor die Faulheit gewinnt. Fehlen ihr mitten im Schreiben die richtigen Worte, hinterlässt sie sich selbst gern liebevolle Kommentare wie „Hier intensiver“ – wohl wissend, dass ihr Zukunfts-Ich sie dafür später verfluchen wird.
Romance aus Kalkül
Warum Romance? Ganz pragmatisch, sagt sie: Historische Romane bräuchten noch mehr Recherche – das hebt sie sich für die Rente auf –, Krimis seien ihr zu komplex. Romance dagegen biete genau die richtige Balance zwischen Gefühl und Handlung. Leicht macht sie es ihren Figuren dabei nicht – das gibt sie offen zu.
Gesichter, Namen und ungelesene Romance
Gesichter und Namen merkt sie sich erstaunlich gut, was manche Menschen „spooky“ finden. Und einen Fun Fact hat sie auch parat: Sie schreibt Romance – liest sie selbst aber kaum. Tauschen würde sie am ehesten mit ihrer Figur Polly aus „A Sky full of Stars“: Physiotherapeutin, Bandschlagzeugerin, tätowiert – und mit einer Leichtigkeit unterwegs, die sie selbst ziemlich cool findet.


